Besonders schwere Schneestürme werden in Nordamerika als Blizzard bezeichnet. Dabei fallen große Mengen Schnee über eine Dauer von mindestens drei Stunden, begleitet von Windgeschwindigkeiten ab 35 Meilen (56 Stundenkilometer) pro Stunde. In Folge der chaotischen Wetterverhältnisse kommt das öffentliche Leben meist vollständig zum Erliegen. Meterhohe Schneeverwehungen türmen sich innerhalb kürzester Zeit auf, Häuser werden vollständig eingeschneit und der Verkehr kommt zum Erliegen. Die Worte „Nichts geht mehr“ beschreiben einen Blizzard am besten. Den betroffenen Menschen bleibt für die Dauer des Sturms nichts anderes übrig, als Schutz zu suchen und den Blizzard auszusitzen. Ganze Städte sind vorübergehend von der Außenwelt eingeschnitten, Versorgungsengpässe drohen.

Ursprung dieser frostigen Unwetterphänomene sind kräftige Kälteeinbrüche aus Richtung der Polarregionen, die auf feuchtewarme Luftmassen aus dem Süden treffen. Die kalte Polarluft kann auf dem nordamerikanischen Kontinent durch die geographischen Gegebenheiten bis weit in den Süden vordringen. Das liegt daran, dass in Nordamerika keine in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirgsketten existieren, die Kaltluftfronten abbremsen oder umleiten würden. So kommt es mitunter vor, dass ein Blizzard selbst den südlichen US-Bundesstaat Texas erreicht und dort für eisbedeckte Straßen sorgt.

In Europa fallen Schneestürme in der Regel deutlich harmloser aus als ihre nordamerikanischen Verwandten, da die Temperaturunterschiede deutlich geringer sind. Auch die Verteilung der Land- und Wassermassen verhindert die Entstehung solcher Wetterphänomene größtenteils. So stellen beispielsweise die Alpen ein natürliches Hindernis für nord-süd-strömende Luftmassen dar.
 

Schwere Blizzards der jüngeren Vergangenheit

  • Januar 2016: Einer der schwersten Schneestürme der Geschichte sucht den Nordosten der USA heim. In Anlehnung an das Filmmonster taufen die Medien den Blizzard auf den Namen „Snowzilla“. Bis zu 90 Zentimeter Neuschnee bringt der Sturm innerhalb von drei Tagen. Die Schneedecke im New Yorker Central Park erreicht mit 61 Zentimetern innerhalb von 24 Stunden das zweithöchste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1869. 55 Menschen kommen ums Leben. Der Schaden wird mit bis zu 3 Milliarden Dollar beziffert.
  • Februar 2013: Sturm Nemo fegt mit massivem Schneefall und starken Windböen über den Nordosten hinweg. Am 9. Februar fallen bis zu 66 Zentimeter Neuschnee. Nemo fällt deutlich stürmischer als bisherige Blizzards aus. In fünf Bundesstaaten im Nordosten der USA wird der Ausnahmezustand ausgerufen. 14 Menschen kommen ums Leben. Mehr als 600.000 Haushalte sind ohne Strom und Heizung. Tausende Flüge fallen aus, der Straßen- und Schienenverkehr kommt vollständig zum Erliegen. Das Kernkraftwerk Pilgrim in Massachusetts ist vier Tage lang vom Stromnetz abgeschnitten, die Kühlung wird mit Dieselaggregaten betrieben.
  • 31. Januar bis 2. Februar 2011: Der Groundhog Day Blizzard ist nach dem gleichnamigen kanadischen und US-amerikanischen Feiertag (2. Februar) benannt. Der Sturm bringt Frost, Schnee und Schneeregen über ein Gebiet, das sich vom Süden der USA bis in den Osten Kanadas erstreckt. Zeitweise sind mehr als 100 Millionen Menschen in Nordamerika von den Auswirkungen des Blizzards betroffen. Starker Eisregen schafft im Mittleren Westen der USA eine bis zu 2,5 Zentimeter dicke Eisschicht auf Häusern und Straßen.

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