Was ist bei der Lagerung meiner Vorräte zu beachten und welche Kosten kommen auf mich zu?

Lagerung

Legen Sie sich eine Bestandsliste Ihrer Vorräte an und tragen Sie dort Mengen, Lagerplatz, Kaufdatum, Verfallsdaten und gegebenenfalls Prüftermine ein. Diese Liste können Sie praktischerweise in Excel führen und auf dem Desktop Ihres PC ablegen. So hat man immer vor Augen bzw. schnell im Zugriff, was alles im Vorrat enthalten ist, bzw. wann ein Lebensmittel ersetzt werden muss.
Eine Musterdatei finden Sie zum Download am Ende dieses Artikels.

Der Lagerort ist natürlich ganz von Ihren Räumlichkeiten abhängig. Wir trennen hier zwischen Lebensmitteln und dem Übrigen.

Beispiel eines zur Lagerung geigneten Kellerraums

Beispiel eines zur Lagerung geigneten Kellerraums

Lebensmittel sollten selbstverständlich bevorzugt kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Dazu bietet sich in den meisten Fällen ein Kellerraum oder eine Speisekammer bzw. ein entsprechender separater Schrank an. Der Weg von der Küche zum Lagerort sollte so kurz wie möglich sein, damit die Lebensmittel regelmäßig verbraucht und ersetzt werden können und somit immer frisch bzw. lange haltbar sind. Gerade die zu Unrecht ganz aus der Mode gekommene Speisekammer ist hierfür hervorragend geeignet. Sollte Sie in einem Eigenheim wohnen, einen Um- oder gar Neubau planen – denken Sie mal darüber nach, einen oder zwei Quadratmeter neben der Küche dafür zu nutzen. Sie werden es nicht bereuen.
 
Ordnen Sie die Lebensmittel immer nach Verfallsdatum, so dass die ältesten Gebinde vorn stehen und Nachkäufe ganz hinten einsortiert werden. Wenn der Lagerplatz nicht ganz verdunkelt werden kann, decken Sie die Lebensmittel mit schwarzem Stoff oder schwarzer Folie ab. Etwa einmal jährlich räumen Sie bitte alles aus, reinigen bzw. desinfizieren Sie den Lagerplatz und prüfen Sie alle Verpackungen auf Dichtigkeit.

Alles andere lagern Sie an einem gut zugänglichen, trockenen Ort, der allerdings nicht dunkel und kühl sein muss. In Einfamilienhäusern bietet sich dafür der Raum an, in dem die Zentralheizung installiert ist. Anderenfalls ist auch hier ein Kellerraum geeignet. Garagen sind meist stärkerer Verschmutzung und wechselnder Luftfeuchtigkeit ausgesetzt und daher weniger geeignet.

Kosten

Hier unterscheiden wir zwischen den Kosten für die erstmalige Anschaffung eines Notfallvorrats einerseits und den Kosten für Ersatz und Bestandspflege andererseits, also zwischen den einmaligen und den laufenden Kosten.

Einmalige Kosten

Falls Sie kaum etwas der bisher aufgelisteten Waren haben, ist die erste Investition naturgemäß höher und oftmals die entscheidende Hürde, überhaupt ein Vorsorgedepot anzulegen.
Es liegt ganz in Ihrem Ermessen, ob Sie sofort alles und nur von bester Qualität anschaffen, oder ob Sie Schritt für Schritt (das Wichtigste natürlich zuerst) einen Vorrat aufbauen.
Sie müssen es sich leisten können und auch nur dann verbinden Sie die neu gewonnene Sicherheit mit einem guten Gefühl. Grundsätzlich gilt: Ein kleiner Vorrat ist besser als kein Vorrat!

Stimmen Sie sich gegebenenfalls mit Nachbarn oder Mitbewohnern ab, damit Sie nicht zu Beginn Dinge doppelt kaufen und andere, vielleicht wichtigere Artikel im Ernstfall fehlen. Dies gilt im Besonderen für die teuersten Punkte auf unserer Liste. Ein Notstromaggregat ist „nice to have“, aber Lebensmittel, Hygieneartikel oder ein Erste-Hilfe-Koffer sind ohne Zweifel wichtiger.

Für alle Dinge, die nicht verbraucht werden, rechnen Sie mit einer Nutzbarkeit von rund 20 Jahren (vieles wird zweifellos auch noch länger nutzbar sein). Es relativiert die Anschaffungskosten erheblich, wenn Sie diese Nutzungszeit zugrunde legen.

Es erwarten Sie folgende Summen, von denen Sie bereits vorhandene Artikel abziehen können:

Technik
Radio, Akkus, Ladegerät, Kocher, Taschenmesser, Dosenöffner, Taschenlampe ca. 200 Euro
Heizgerät ca. 150 Euro + Brennstoff
Dosimeter ca. 50 Euro
Notstromaggregat je nach Größe ca. 300 – 1.000 Euro + Brennstoff
Hygiene
Reiseapotheke bzw. Verbandskasten ca. 30 – 40 Euro
Alles andere pro Person ca. 50 Euro
Hilfsmittel
Kerzen, Feuer, Decken, Beutel, Folie etc. ca. 100 – 150 Euro
Kleidung / Atemschutz pro Person ca. 50 – 100 Euro
Lebensmittel
Für 14 Tage pro Person ca. 200 – 250 Euro

Den Lebensmittel- und Hygienevorrat können Sie sukzessive in den nächsten Wochen anlegen, indem Sie einfach bei jedem normalen Einkauf ein paar Einheiten mehr in den Warenkorb legen (…natürlich nur von den zur Lagerung geplanten Waren – einen Vorrat an Mayonnaise, Shrimps und Haarspray braucht im Notfall kein Mensch).

Wiederkehrende Kosten

Beispiel eines zur Lagerung geigneten Kellerraums

praktisch keine Folgekosten

Für den ganzen Bereich Lebensmittel entstehen bei ordentlicher Planung und angemessener Menge KEINE laufenden Kosten. Denn alles was Sie für den Notfall lagern, können und sollten Sie in Ihren regelmäßigen Verbrauch einbeziehen und fortlaufend ersetzen. Daher wurde auch in Artikel 2 darauf hingewiesen, dass Sie möglichst nur Lebensmittel bevorraten sollten, die Ihnen schmecken und die Sie zum normalen Verzehr ebenfalls kaufen würden.
Dies gilt auch für Hygieneartikel, Reinigungsmittel und alle anderen Waren, die im Wortsinne verbraucht werden können.
 
Geringe Kosten entstehen durch den Stromverbrauch für das regelmäßige Laden von Akkus. Da Sie aber einen Teil der Akkus auch im Alltag regelmäßig verwenden, reden wir hier von einem nur einstelligen Eurobetrag im Jahr. Wählen Sie wie in Teil 2 beschrieben nur hochwertige Akkus mit geringem oder keinem Memory-Effekt. Diese haben eine höhere Lebensdauer und auch nach vielen Ladezyklen noch eine hohe Kapazität. Natürlich müssen die Akkus selbst nach ein paar Jahren durch neue ersetzt werden. Da sie meist über 5 Jahre und mehr nutzbar sind, ist aber auch dieser Betrag pro Jahr sehr gering.

Die meisten übrigen Artikel und Geräte sind wartungsfrei und auch nach 10 oder 20 Jahren so gut und nützlich wie am ersten Tag. Sie sollten nur in regelmäßigen Abständen (1x jährlich) kontrolliert, also kurz rundherum einer Sichtprüfung unterzogen, getestet, bei Bedarf gereinigt und wieder weggepackt werden.

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Beispiel Vorratstabelle Excel